Vorbericht zur DM 2015

08_Wich-Glasen_150217_3917_KMALL- AMERICAN HONORS für Nils Wich-Glasen:

Nachdem sich der ehemalige Coburger Schwimmer Nils Wich-Wich-Glasen (SGM / TB) in den USA sowohl sportlich als auch akademisch sehr gut eingelebt hat, konnte er auch erste große sportliche Erfolge feiern. Nach einer Silbermedaille bei den SEC schaffte er bei den NCAA das Finale und konnte als erster Brustschwimmer seiner Uni die begehrte Auszeichnung „ All-American Honors “ erreichen. Mit dieser Auszeichnung werden alle Sportler in den USA bedacht, die außergewöhnliche Leistungen geschafft haben. Diese symbolische Auszeichnung ist ein Ehrentitel, auf den nicht nur er, sondern vor allem auch die Uni sehr stolz sein können.

Zunächst holte er bei den Conference- Meisterschaften des amerikanischen Süd-Ostens über die 200mBrust in 01:52,81 Min ( entspricht auf der 25-Meter-Bahn umgewandelt ca. 02:05,21 Min) überraschend die Silbermedaille und konnte sich auch über 100B in 00:53,11Min(ca. 00.58,95Min)als 12. im B-Finale beweisen. Über die 200Lagen schaffte er Platz 20 in 01.46,58Min ( ca. 01:58,30Min), zu den besseren Finals fehlten immer nur zwei bis drei Zehntel.

Exakte Umrechnungen der geschwommenen Zeiten sind nur begrenzt aussagekräftig, denn in den USA werden die Meisterschaften und Qualifizierungswettkämpfe immer auf Yardbahnen geschwommen. Es gibt zwar einen Converter, der die Zeiten auf metrische Bahnen umwandelt, aber 100Yard sind eben nur 91,44 Meter, wodurch  es nicht ganz genau verglichen werden kann.

Nils startete 4 Wochen später bei den NCAA, den amerikanischen Hochschulmeisterschaften, nur über die Bruststrecken und verzichtete auf weitere Starts, die er sich durch seine Leistungen im Vorfeld verdient gehabt hätte, da die Leistungsdichte enorm ist. Dies verdeutlicht die Tatsache, dass die Medaillen im Bereich der Europarekorde, zum Teil sogar in Weltrekordnähe  vergeben wurden: Hier heißt es die Kräfte klug zu konzentrieren.  Der Grund für diese Leistungsdichte ist darin zu sehen, dass es aufgrund von perfekten Trainingsbedingungen und Stipendien viele Leistungsträger des europäischen Schwimmsports in die USA zieht und diese dann natürlich das Niveau enorm heben.

In seinen Starts überzeugte er zunächst über die 100Brust und belegte  mit 00:53,26Min

(ca.00:58,95) den 28. Platz. Wenige Zehntel fehlten zum B-Finale. Über seine Hauptstrecke 200B war er als 7.Schnellster gemeldet und belegte diesen Platz sowohl im Vorlauf als auch im A-Finale. Mit seiner Zeit von 01:52,60Min stellte er einen neuen Schulrekord auf und schwamm umgewandelt in 02:04,98Min mehr als 2 Sekunden schneller, als vor einem Jahr in Wuppertal, wo er sich damit für die EM auf der Kurzbahn qualifizieren konnte. Ebenso lässt sich diese Leistung auf die 50m Bahn umrechnen: 02:08,98Min wären in Deutschland die 2. Beste je geschwommene Zeit auf der 50m-Bahn

Nimmt man die umgewandelten Zeiten als Maßstab, kann man der DM in Berlin sehr optimistisch entgegen sehen, er hätte alle Normen problemlos erfüllt: Für die WM in Kazan und für die Studenten WM in Südkorea. Allerdings bleibt abzuwarten, wie die Umstellung von der Kurzbahn in Yard auf die 50m-Bahn gelingt. Außerdem müsste er innerhalb von wenigen Wochen zum dritten Mal Bestleistungen schwimmen. Seine amerikanischen Trainer trauen es ihm aber zu, nicht umsonst wird ihn einer nach Berlin begleiten und betreuen. Ihr Ziel ist ganz klar, nächste Saison nicht nur bei den USA- Meisterschaften für seine Uni TOP-Leistungen zu erreichen, sondern ihm den Traum von Olympia zu ermöglichen. Dies wäre natürlich auch für die Uni eine Prädikatsauszeichnung. Ebenfalls würden hier die vielen Trainingseinheiten in Erlangen unter Roland Böller letztlich Früchte tragen.

Nils Wich-Glasen_2015