Licht und Schatten

IMG_6644Die Schwimmer der SG Mittelfranken steigen in die 2. Bundesliga Süd auf. Das Frauenteam muss sich mit dem Abstieg aus der 1. Bundesliga abfinden.

Im Vorfeld will man natürlich nicht damit rechnen, es könnte noch so viel schiefgehen, auch wenn die Favoritenrolle noch so groß ist. Die Erleichterung, wenn alles geklappt hat am Ende, ist dann umso größer: Der Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd ist den Erlanger Schwimmern gelungen, das war Mitte der Woche nach Auswertung aller Ergebnisse der Bayernliga klar. „Sicher und souverän“ sei man vergangenes Wochenende durch die Wettkämpfe gegangen, „alle sind gut geschwommen und haben tolle Bestzeiten abgeliefert“, sagt Trainer Roland Böller. Mit einer erschwommenen Punktzahl von 16155 Zählern setzte sich die erste Mannschaft der SG Mittelfranken deutlich von den Konkurrenten der Bayernliga ab und macht gleich eine Ansage für die kommende Saison in der 2 Bundesliga Süd: Denn mit dieser Punktzahl steigen die SGM-Männer nicht nur auf, sondern liegen derzeit sogar in der höheren Liga auf dem vierten Platz. Was bedeutet das für das nächste Jahr? „Das Schwimmen in den Ligen ist anders als im Fußball“, erklärt Böller, „es findet nur einmal im Jahr ein Vergleichswettbewerb statt – und in einem Jahr kann viel passieren.“ Das kann man sowohl positiv wie auch negativ auslegen. Die Leistungsträger des Teams sind jung: Nikita Rodenko (15 Jahre), Peter Varjasi (16 Jahre) und Konstantin Walter (18 Jahre). Eine Weiterentwicklung, so Böller, ist nicht automatisch gegeben: „Man ist in einem Jahr nicht auch ein Jahr besser.“ Doch das junge Alter der Athleten biete natürlich viel Steigerungspotential, das mit harten Training und hoher Leistungsbereitschaft genutzt werden kann. Die meisten Punkte holte am vergangenen Wochenende Konstantin Walter. Für sein 200m Freistilrennen bekam er in 1:47,96 Minuten 780 Punkte zugeteilt. Mit diesem Ergebnis wäre er selbst in der 1. Liga konkurrenzfähig gewesen und auf dem fünften Platz gelandet. Besonders gelobt wurde Peter Varjasi von seinem Trainer. Er schwamm starke persönliche Bestzeiten über 100m Brust in 1:01,54 Minuten und 200m Lagen in 2:03,85 Minuten. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der Schüler, „wenn es um die Mannschaft geht, wird man einfach noch einmal nach vorne gepusht.“ Auch Varjasi hätte mit dieser Leistung selbst in der 1. Liga ein Wörtchen mitzureden gehabt, wäre er doch Vierter geworden.

Doch, um mit Goethe zu sprechen, wo viel Licht ist, ist auch starker Schatten. Während die Jungs ihren Aufstieg feierten, mussten die Schwimmerinnen den Abstieg verkraften. Letztes Jahr waren sie in die 1. Bundesliga aufgestiegen, dieses Jahr ging es um den Verbleib. Die Konkurrenz war stark, das wusste man von vornherein, am Ende war sie zu stark. Von Rennen zu Rennen kämpften die Mittelfränkinnen mit den Frauen von SG Neukölln um den sicheren zehnten Rang. TSV Hohenbrunn-Riemerling hatten sie schon früh auf den letzten Platz verwiesen, doch wie es die Regelung will, es gibt immer zwei Absteiger. „Es war wirklich spannend“, sagt Böller, „zum Schluss haben uns nur 160 Punkte gefehlt.“ Der Trainer samt Team bleibt fair: „Die anderen waren besser, da gratulieren wir natürlich.“ Böller blickt trotzdem wohlwollend auf seine Mannschaft und die Einzelleistungen. In der Breite sei man gut aufgestellt, doch es fehle noch an Spitzenleistungen. Einzig die Nürnbergerin Katrin Gottwald ragte heraus, sie gewann das 200m Freistilrennen in 1:59,18 Minuten, holte 803 Punkte und schwamm über 50m und 100m Freistil auf Rang drei. Zu den besten Zeiten, es ist ungefähr zehn Jahre her, als die SSG Erlangen in der 1. Liga Medaillen gewann, schwammen zahlreiche Schwimmerinnen in die Spitze. Daran, so Böller, müsse man arbeiten und fleißig üben, um die jungen Athletinnen erstligareif zu machen.