Jugendweltmeisterschaften Singapur 2015, Resümee…

JWM_2015Am Dienstag den 01.09.2015, kehrten sie zurück, unsere beiden Sportler Katrin Gottwald (TSV Altenfurt) und Konstantin Walter (TB Erlangen), von den Welttitelkämpfen der Junioren in Singapur. Beide waren die ersten Mittelfranken überhaupt, die an den Junioren-Weltmeisterschaften, seit Bestehen, teilgenommen haben.

Zwar bringen sie keine Medaillen mit, aber einen Schwimmrucksack voll mit Eindrücken, Erfahrungen und Erlebnissen, die ihnen keiner mehr nehmen kann.

Vor allem aber können sich Katrin und Konstantin mit ihren Leistungen bei diesen Weltmeisterschaften zufrieden zeigen, und auch die beiden Trainer Roland Böller und Wolfgang Göttler, können stolz auf ihre Schützlinge sein.JWM_2015

JWM_2015_K.Walter

 

JWM_2015_K.Gottwald

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum ist dies der Fall?

Die Saisonplanung war für beide Aktive auf den Höhepunkt JEM ausgerichtet. Die JWM war in der Planung so nicht mehr vorgesehen, die Nominierung hierfür ist doch mehr oder weniger überraschend erfolgt. Somit ergab sich die Schwierigkeit, dass nach der Teilnahme an der JEM, mit den Trainingsumfängen in den zwei Vorbereitungsmaßnahmen des DSV in Belek und in Magdeburg nochmals „hochgefahren“ wurde. Die Wettkämpfe lagen für Katrin und Konstantin in der 52. Trainingswoche der Saison 2014 / 2015, am Ende eines langen Wettkampfjahres.
Trotz dieser Problematik lieferten beide solide Leistungen in Singapur ab. So konnte Konstantin Walter neue persönliche Bestmarken aufstellen, bzw. an seine persönliche Bestzeiten heranschwimmen. Katrin Gottwald lag im Zehntelbereich über ihren persönlichen Bestleistungen, lässt man die 200m Freistil einmal außen vor. Mit den deutschen Staffeln gelang beiden mehrmals der Einzug in das Finale der schnellsten acht Teams der Welt. Dies ist aller Ehren wert.JWM_2015

Das deutsche Team:

Soweit man dies als Außenstehender beurteilen kann, war die Stimmung in der deutschen Truppe gut. Dies bestätigten auch Katrin und Konstantin. Etwas schüchtern fielen die beiden ersten Wettkampftage das gemeinsame Einstimmen vor dem Wettkampf, sowie das Anfeuern aus. Doch das deutsche Team wurde von den anderen Nationen angesteckt, so dass es von Tag zu Tag besser wurde. Mitgereiste Eltern stifteten dann noch eine Deutschlandfahne, die dann den deutschen Mannschaftsblock zierte. Respekt muss allen deutschen Sportlern/-innen gezollt werden, was den Kampfgeist, im Speziellen in den Staffelwettbewerben, anbelangt hat. Hier wurde um jeden Meter gefightet.

Eindrücke allgemein:

Die Veranstaltung war sehr gut organisiert. Die klimatischen Verhältnisse in Singapur sind jedoch sicherlich eine Herausforderung für jeden Mitteleuropäer. Ein permanenter feuchter Film auf der Haut ist völlig normal, aber sehr gewöhnungsbedürftig und verschleißt pro Tag, im Minimum, 3 T-Shirts.

Das Aquatic-Center ist ein Riesenkomplex mit einem 50m Wettkampfbecken und einem separatem 50m Trainingsbecken, das zum Ausschwimmen zur Verfügung stand. Die Schwimmhalle ist eine überdachte Arena mit einer seitlich offenen Bauweise. Somit herrschten auch hier sehr hohe Temperaturen. Riesige Deckenventilatoren an der Deckenhalle machte diese einigermaßen erträglich. Die Stadt selber ist eine schillernde Stadt, die einen Besuch allemal wert ist. Ihrem Ruf als „fine city“ oder auch „sauberste Stadt der Welt“, wird Singapur voll gerecht.JWM_2015_K.Gottwald

Auffällig:
Das Leistungsniveau bei diesen Weltmeisterschaften der Junioren war sehr hoch. So wurden 50!!! neue Juniorenweltrekorde geschwommen. Sehr viele Ergebnisse der jungen Damen und Herren nicht nur in den Finalläufen, sondern auch bereits in den Vorläufen oder Semifinals, hätten bei den diesjährigen deutschen Meisterschaften, wohlgemerkt in der offenen Altersklasse, den deutschen Meistertitel bedeutet. Teilweise entsprachen sogar noch die Zeiten der Achtplatzierten im Finale, einer Medaille bei den Deutschen Meisterschaften. Festgestellt werden konnte, dass einige Sportler anderer Nationen, die noch bei der JEM in Baku mit sehr guten Ergebnissen glänzten, diese hier in Singapur nicht bestätigen konnten. Besonders hervorgetan haben sich die Nationen Russland, Australien und auch die USA, die mit einer großen Anzahl an Sportlern/-innen an diesen Weltmeisterschaften teilgenommen haben. Hier wird man in den nächsten Jahren sicherlich einige Athleten, die bei dieser JWM auf dem Siegerpodest standen, in der Weltspitze der offenen Altersklasse wieder treffen.

Fazit:
Der DSV hat die JEM in den Fokus genommen. Dies soll zukünftig anders werden, und auch die JWM soll mehr Priorität erfahren. Die Umsetzung dieses Vorhabens bleibt dann abzuwarten. So war nur ein kleines deutsches Team am Start. Einige Aktive mussten dem Junioren-Bundestrainer wegen Krankheit oder Verletzung absagen. Andere wiederum durften seitens des DSV (Verbotsliste) nicht an der JWM teilnehmen, da sie bereits in die Vorbereitung für die olympischen Spiele 2016 starteten. Dies ist sehr schade, da mit einem größeren Team (USA 52 Athleten), sicherlich mehr drin gewesen wäre. Vor allem auch in den Staffelwettkämpfen wäre vielleicht die eine oder andere Überraschung gelungen.JWM_2015_K.GottwaldBild_2

Kritische Betrachtung und offene Fragen zum Abschluss:

Ist es sinnvoll, dass man jungen Sportlern die Teilnahme an einer alters- und leistungsbezogen Veranstaltung auf höchstem internationalen Niveau, wie es diese Weltmeisterschaften waren, wegen der Vorbereitung auf eine doch sehr vage mögliche Olympiateilnahme verwehrt?  Wäre es nicht besser, auch im Sinne eines zumindest immer wieder verbal kommunizierten beabsichtigtem langfristigen Leistungsaufbaus, die besten deutschen Junioren bei den Jugendweltmeisterschaften an den Start zu schicken, damit diese internationale Erfahrung sammeln können?  Macht es aus pädagogischer und sportpsychologischer Sichtweise Sinn, eine zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht absehbare Olympiaqualifikation, und falls ja, das dortige Ausscheiden im Vorlauf, dem möglichen Erreichen eines Finals der weltbesten Acht Junioren, ja vielleicht sogar dem Gewinn einer Medaille bei diesen Juniorenweltmeisterschaften vorzuziehen?

Betrachtet man nun die Ergebnisse anderer Nationen bei diesen Junioren-Weltmeisterschaften, wird es schon eine immense Herausforderung darstellen, den deutschen Nachwuchs überhaupt erst einmal an die Weltspitze im Juniorenbereich heranzuführen. Von Olympia ganz zu schweigen.

Man wird sehen. Die weitere Entwicklung des deutschen Schwimmsports wird sicherlich Antworten, auch auf diese Fragen geben.    JWM_2015_Singapur