Erfolgreich wie nie

 

MannschaftsfotoDie SG Mittelfranken sichert sich im Medaillenspiegel der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften den dritten Platz: zwölfmal Gold, zwölfmal Silber, fünfmal Bronze.

Nikita, Katrin, Marie, Konstantin 4Wahnsinnig viel Freude, das haben die diesjährigen Deutschen Jahrgangsmeisterschaften gemacht, darin sind sich Trainer und Sportler einig. „Ich glaube“, sagt Erlangens Cheftrainer Schwimmen, Roland Böller, „wir waren noch nie so gut.“ Zwölf Goldmedaillen, zwölf Silbermedaillen und fünf Bronzemedaillen, sowie insgesamt 75 Top Ten-Platzierungen bescherten der SG Mittelfranken den dritten Platz im Medaillenranking. Von 321 Vereinen aus ganz Deutschland nimmt die Startgemeinschaft nur ein Jahr nach ihrer Gründung hinter dem SV Halle (Saale) und dem Potsdamer SV eine Spitzenposition ein. Nikita Gold

„Letztes Jahr schon“, sagt Böller, „waren wir sehr gut. Aber die Stärke, die wir dieses Jahr gezeigt haben, ist schon außergewöhnlich.“ Die SGM, der Verbund aus dem Turnerbund Erlangen und drei Nürnberger Vereinen (TSV Altenfurt, TSV Katzwang, 1. FCN), schickte mit 35 Schwimmern die zweitmeisten Athleten ins Rennen, in Berlin fiel man auf: „Wer sind eigentlich diese Mittelfranken“, habe man öfter gehört, berichtet Mitgründer und TB-Vorstand Schwimmen, Harald Walter. Diese Mittelfranken ärgerten die Konkurrenz gehörig. Allen voran ein bislang unbekanntes Gesicht in Deutschland: Nikita Rodenko. Sechs Titel gewann der 14-Jährige, sechsmal Gold über 50m, 100m, 200m, 400m und 1500m Freistil, sowie 200m Lagen; Silber über 100m und 200m Schmetterling. Sein Debüt bei der DJM feierte der aus der Ukraine stammende Rodenko mit großen Abständen zu seinen Verfolgern und brach dabei am laufenden Band bayerische Altersklassenrekorde. „Die DJM“, sagt Rodenko, „war eine sehr wichtige Erfahrung für mich.“ Peter Gold

Einer seiner besten Freunde und Partner im Training ist der ein Jahr ältere Peter Varjasi. Sechs Medaillen gewann er, dreimal Gold über 50m und 100m Freistil, sowie 200m Lagen, Silber über 100m und 200m Brust und Bronze über 200m Freistil. Während sein Trainer von einem „gigantischen Wassergefühl“ spricht und die enormen Leistungsverbesserungen des 15-Jährigen lobt, bleibt Varjasi selbstkritisch: „Die DJM war sehr erfolgreich“, sagt er, „aber da geht noch was.“ Ohne Zweifel eine Ausdruck seiner Motivation. Unerlässlich sei es, erklärt Böller, diesen Willen jeden Tag im Training zu zeigen und ab und an „einen rauszuhauen“. Wer das ebenfalls durchaus kann, sei Marie Graf. Für ihre 16 Jahre eher klein gewachsen, holt sie, was ihr an Körpergröße fehlt, durch Fleiß und Biss im Training heraus und fällt durch Wettkampfhärte auf. Über 400m Lagen schwamm sie mit weitem Vorsprung zur Goldmedaille, über 1500m Freistil zu Silber und 200m Lagen zu Bronze. Die Strecken, die sie schwimmt, sind allesamt ungeliebte, weil besonders anstrengende, zumindest bei der Mehrheit der Schwimmer. Für Graf kein Problem. Die Vorbereitung auf die DJM absolvierte sie in Heidelberg zusammen mit Konstantin Walter und Katrin Gottwald. In zehn Tagen fliegen die drei nach Baku (Aserbaidschan) zur Jugendeuropameisterschaft. Obwohl der Fokus auf der Jugend-EM liegt, kämpften auch Walter und Gottwald bei der DJM schonungslos. Der TB-Schwimmer, Konstantin Walter, entschied zwei Rennen für sich, 200m Rücken und 100m Freistil, wobei ihm letzterer Titel wegen Disqualifikation wieder aberkannt wurde. Über 200m Freistil holte er Silber, über 50m Freistil Bronze. „Langsam werde ich zum Sprinter“, sagt er und lacht, waren früher doch die Mittel- und Langdistanzen sein Steckenpferd. Auch die Nürnbergerin Katrin Gottwald zeigte sich bei der DJM in Form mit Gold über 200m Schmetterling und Silber über 100m und 200m Freistil, sowie 100m Schmetterling. „Wir sind froh“, sagt ihr Trainer Wolfgang Göttler, „das Katrin wieder so schnell auf so hohem Niveau schwimmen kann.“ Gottwald hatte in den vergangenen Monaten mit den Folgen einer Handverletzung zu kämpfen gehabt.michelle silber

Nach vier Tagen Wettkampf geht so manchem mal die Luft aus. Vier Tage in der stickigen, lauten Halle, vier Tage anstrengende Rennen, vier Tage Adrenalin. Doch gerade am letzten Tag der DJM drehten Mittelfrankens Schwimmer noch einmal auf. Ihre erste nationale Medaille überhaupt gewann die 15-jährige Varinka Albert. Nachdem sie über 100m Schmetterling als Vierte knapp an Edelmetall vorbeigeschrammt war, glückte ihr der Start über die 50m-Distanz. In 28,30 Sekunden wurde sie Zweite hinter Julia Mrozinski (SG Frankfurt), die die erfolgreichste Schwimmerin der DJM war. „Selig“ sei sie gewesen, berichtete Roland Böller, und hochverdient habe sie gewonnen: „Varinka ist auch eine, die nie fehlt im Training.“ Im Glück schwelgte ebenfalls Michelle Messel, die in der Juniorinnenwertung über 50m Schmetterling Silber gewann, und im Hauptfinale aller Jahrgänge als Dritte anschlug. Keine Müdigkeit am letzten Tag ließ sich auch Ferdinand Reng anmerken. Über 50m Freistil schnappte er sich im Jahrgang 1998 die Bronzemedaille. Der 14-jährige Nürnberger Paul Reither sicherte sich über 400m Lagen Silber. Katrin Silber

Neben den vielen Podestplätzen glänzten fast alle Schwimmer durch Top Ten-Platzierungen und Finalteilnahmen: Nicolas Bayer, Anna Ehemann, Sofie Ehrlicher, Laura Felder, Mareike Förster, Dominique Freisleben, Pascale Freisleben, Hannah Hofmockel,  Svenja Schüren und Karla Völcker  gehören zu den besten Deutschlands in ihrem Jahrgang.

Dass die Nachwuchsarbeit der SG Mittelfranken funktioniert, sieht man auch an den Platzierungen der jungen Schwimmer im Jugendmehrkampf. Katja Neousypin (8.Platz), Cosima Rau (9. Platz), Oliver Kreißel (7.Platz), Lars Schuseil (10. Platz) und Justin-Joy Dutschke (8. Platz) schwammen sich souverän unter die zehn schnellsten Sportler.

DJM_2015_Mannschaft_JillAuch die Nachwuchswettkampfmannschaft des TB Erlangens konnte sechs Schwimmer in Berlin an den Start schicken. So konnten sich die drei Schmetterlinge Josefina Wiesbeck (2001, Platz 12), Noah Mark (2001, Platz 26 ) und Daniel Knorr (2000, Platz 32) über die 200m Strecke mit tollen Zeiten behaupten. Mit gleich fünf Starts über die Freistil- und Rückenstrecken ging Philomena Krauß an den Start. Sie konnte ebenfalls mit einer Reihe von Bestzeiten und einem 11. Platz über die 200m Rücken glänzen. Das Feld komplettierten die beiden Mehrkämpfer Oliver Kreißel (2003, Platz 7) und Justin-Joy Dutschke (2002, Platz 8).

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„Diese DJM waren wirklich etwas ganz Besonderes“, bilanziert Böller. Die Vorgabe, jeden Tag eine Medaille zu gewinnen, wurde mehr als erfüllt. Die Schwimmer lieferten fast nur Bestzeiten ab und repräsentierten Mittelfranken bei den nationalen Jugendspielen auffallend gut. Und nebenbei hat es noch wahnsinnig viel Freude gemacht.

 

Hier geht es zu allen Platzierungen der SG Mittelfranken bei der DJM in Berlin:

Platzierungen SGM

 

 

 

Konstantin Gold 3 DJM_Mehrkampf_2015 ferdi bronze