Deutscher Meister wird man nicht alle Tage

BERLIN, GERMANY - 07 MAI 2016: Die SG Mittelfranken bei den 128. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen. (Credit Image: Niklas Kappler)

BERLIN, GERMANY – 07 MAI 2016: Die SG Mittelfranken bei den 128. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen. (Credit Image: Niklas Kappler)

Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin räumten die SGM-Schwimmer ab. Konstantin Walter, Daniela Karst, Peter Varjasi und Katrin Gottwald holten Gold in der 4x100m Lagenstaffel. Gottwald wurde Sechste im A-Finale über 100m Freistil und qualifizierte sich für die Junioreneuropameisterschaften. Nikita Rodenko und Peter Varjasi überzeugten in den Jugendfinals. 

Deutscher Meister wird man nicht alle Tage, sagt Cheftrainer Roland Böller, und man hört die Freude in seiner Stimme. Die Deutschen Meisterschaften vergangene Woche in Berlin hielten einen Sieg bereit, mit dem im Vorfeld niemand gerechnet hätte. In der 4x100m Lagenstaffel mixed traten Konstantin Walter (Rücken), Peter Varjasi (Brust), Daniela Karst (Schmetterling), und Katrin Gottwald (Freistil) an. Walter legte in 57,02 Sekunden vor – zwei Sekunden unter seiner bisherigen Bestzeit – und übergab an Peter Varjasi, der in 1:03,36 Minuten ebenfalls einen neuen persönlichen Rekord aufstellte. Es folgte Daniela Karst, mit 23 Jahren die Älteste im Team, in 1:02,36 Minuten, die an Schlussschwimmerin Katrin Gottwald übergab. Mit einer Zeit von 55,85 Sekunden machte sie den Sieg perfekt. Der Jubel der vier SGM-Schwimmer war riesig, für alle ist es der erste Deutsche Meistertitel, und dies mit über vier Sekunden Vorsprung vor den Zweitplatzierten aus München und den Bronzegewinnern der W98 Hannover. „Wir haben uns alle gegenseitig einfach super motiviert“, so Katrin Gottwald, „nur so war der Sieg möglich.“ Ihr Trainingspartner Konstantin Walter stimmt zu: „In der Staffel“, so Walter, „denke ich nur ans Team. Das motiviert einen nochmal viel stärker.“ Die beiden Trainer, Roland Böller und Wolfgang Göttler, sahen die Lagenstaffel unisono als Highlight der DM an. „Damit hätten wir niemals gerechnet“, so Böller, „eine Medaille war im Rahmen des Möglichen, aber dass es die Goldene wird, war eine große Überraschung und nur durch die starken Bestzeiten der Schwimmer möglich.“

Gottwald mit JEM-Qualifikation

Katrin Gottwald hatte nach ihrem Staffelsieg am selben Tag ein zweites wichtiges Projekt im Finalabschnitt: Sie hatte sich über 100m Freistil in 56,43 Sekunden für das A-Finale qualifiziert. Hier schwamm die SGM-Schwimmerin live in der ARD in 56,06 Sekunden in neuer Einzelbestzeit auf den sechsten Platz. „Katrin hat sich auf der 100 Meterstrecke stark verbessert“, so Trainer Wolfgang Göttler, „als jüngste Starterin im A-Finale auf Platz sechs zu schwimmen, ist eine tolle Leistung.“ Über 200m Freistil lief es für die 16-Jährige dann nicht so gut, in 2:02,78 Minuten wurde sie im B-Finale 13. Nichtsdestotrotz zeigte sie sich zufrieden, denn mit dem 100m-Rennen hat sie sich dieses Jahr erneut für die Junioreneuropameisterschaften vom 16.-18. Juli in Dunkerque (FRA) qualifiziert. Auch in den Frauenstaffeln war Gottwald erfolgreich. Gemeinsam mit Antonia Berger (Nürnberg), Marie Graf und Pascale Freisleben schwamm sie im 4x100m Freistilquartett auf Rang sechs, über 4x200m Freistil auf Rang vier.

Varjasi und Rodenko bärenstark

Ausrufezeichen setzten neben Gottwald vor allem die jungen Schwimmer Peter Varjasi und Nikita Rodenko. Neben dem Meistertitel in der Lagenstaffel Mixed wurde Varjasi als Schmetterlingschwimmer gemeinsam mit Konstantin Walter (Rücken), Jonas Mursak (Brust) und Nikita Rodenko (Freistil) auch in der Lagenstaffel der Männer Fünfter. Über 50m und 100m Brust glückte dem 16-Jährigen der Einzug ins B-Finale. In neuem Deutschen Altersklassenrekord schlug er nach 50m in 28,76 Sekunden als Zehnter an – derzeit zählt der Rekord allerdings noch nicht offiziell, da der Ungar noch auf seinen deutschen Pass wartet. Über 100m Brust wurde er in 1:04,37 Minuten Vierzehnter. In der Jugendwertung der Jahrgänge 2000/2001 bedeutete das jeweils den ersten Platz in Deutschland. Der Jugendsieg gelang ihm auch über 50m Freistil in 23,93 Sekunden. „Peter war wirklich stark bei den Deutschen Meisterschaften“, so Böller, „er ist eine große Hoffnung für die Zukunft.“ In den anderen Jugendfinals 200m Brust, 50m Schmetterling und 400m Lagen belegte er durchweg Top 5 – Plätze. Der ein Jahr jüngere Nikita Rodenko dominierte ebenfalls die Jugendfinals über 200m und 400m Freistil. Böller hob vor allem seine Zeit über die 400m–Distanz heraus. In 4:01,22 Minuten wurde der junge Schwimmer insgesamt Siebzehnter. „Das lässt hoffen auf die Jahrgangsmeisterschaften im Juni“, sagt Böller. Nikita und Peter haben mit ihren Zeiten angekündigt, dass sie bis an die Spitze wollen.“ Über 100m Freistil und 200m Lagen wurde Rodenko im Jugendfinale jeweils Dritter. „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Zeiten“, sagt der Ukrainer, „die DM hat mir sehr viel Spaß gemacht.“ In den Jugendfinals startete außerdem Pascale Freisleben. Ihre beste Leistung war der dritte Platz über 200m Lagen in 2:24,47 Minuten. Angeschlagen durch einen Bänderanriss konnte die 15-Jährige über die anderen Strecken nicht ihre volle Leistung abrufen.

Walter und Karst im B-Finale

Die 23-Jährge Daniela Karst stellte sich bei der diesjährigen DM einmal mehr erfolgreich der nationalen Konkurrenz. Neben ihrem Titel mit der Lagenstaffel qualifizierte sich die Schwimmerin über 100m und 200m Schmetterling für die B-Finals. Hier schwamm sie auf den 14. und 16. Rang. Auch Konstantin Walter war in einem B-Finale vertreten: Über 200m Rücken wurde er Sechzehnter. Walter war, wie auch Michelle Messel und Ferdinand Reng, erst am Freitagabend direkt vom Englischabitur nach Berlin gereist. Alle drei beeindruckten mit Bestzeiten trotz mangelndem Training wegen der Vorbereitung der Prüfungen.

Marie Graf, die das ganze Jahr mit Verletzungen zu kämpfen hatte, holte ihre beste Platzierung über 1500m Freistil als Elfte. „Wir werden dieses Jahr zum ersten Mal die Deutschen Freiwassermeisterschaften in Angriff nehmen“, so Böller. Auch Dominique Freisleben, die auf der langen Strecke zu Hause ist, wird dort erneut eine Chance bekommen, sich mit der nationalen Konkurrenz zu messen, die nicht zu unterschätzen ist. Deutscher Meister wird man nicht alle Tage.

Last but not least hat sich  Katja Neousypin (Jg.2003), die seit Jahren bei Trainer Thomas Hölldobler trainiert, als jüngste Teilnehmerin der SGM für die DM qualifiziert.
Trotz 5-wöchiger Knieverletzung im Vorfeld schaffte sie es in ihrem jungen Alter auf Platz 56 und schwamm mit 1:16,12 auf 100m Brust knapp über Bestzeit.

Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer und Trainer!