Deutsche Kurzbahnmeisterschaften 2016

Antonia Berger mit Trainer Dirk Cuno DKM 2016Die Schwimmer der SG Mittelfranken traten bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften gegen die nationale Konkurrenz an. Bester Athlet war Peter Varjasi mit vier Junioren-Medaillen und einem fünften Platz in der offenen Wertung. 

Das unbestrittene Highlight bei den diesjährigen Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften im Schwimmen war: der Weltrekord von Marco Koch. Am Sonntagabend knackte der Weltmeister vom letzten Jahr die alte Bestmarke über 200m Brust. In 2:00,44 Minuten verbesserte er den Rekord von Daniel Gyurta (HUN) um vier Hundertstelsekunden. Die Berliner Halle tobte, es gab Standing Ovations für seine starke Leistung. Neben diesem herausragenden Ereignis verliefen die Wettkampftage eher ruhiger. Viele Olympiastars fehlten und so hatte der Nachwuchs eine realistische Chance auf Medaillen und Finalplätze. Die jüngeren Schwimmer bekamen auch durch die Einführung der C-Finals eine zusätzliche Möglichkeit, in einem nationalen Finale zu schwimmen. Außerdem gab es dieses Jahr erstmals eine Juniorenwertung für die Jungs des Jahrgangs 1999 und jünger und für die Mädchen des Jahrgangs 2000 und jünger.

Diese Gelegenheit packte der Erlanger Schwimmer Peter Varjasi beim Schopf. Viermal schaffte der 16-Jährige den Sprung aufs Podium, einmal sogar nach ganz oben. Als Sieger der Junioren schlug er über 50m Brust in 27,70 Sekunden an und stellte damit einen neuen Deutschen Altersklassenrekord im Jahrgang 2000 auf. Mit dieser Zeit qualifizierte sich der Schüler sogar als Vierter für das A-Finale, nur eine halbe Sekunde hinter Marco Koch. Im Endlauf dann schwamm Varjasi die identische Zeit noch einmal (27,70 Sekunden) und kam als Fünfter ins Ziel. Deutscher Meister wurde Marco Koch in 26,73 Sekunden, gefolgt von Erik Steinhagen (27,12 Sekunden) und Max Ziemann (27,41 Sekunden). Der Erlanger freute sich über die neue nationale Bestmarke, die er aufgestellt hatte: „Ich bin super zufrieden. Das war ein tolles Gefühl, im Finale zu schwimmen.“ Über seine weiteren Strecken holte er Silber im 100m Freistil-Rennen (49,67 Sekunden) sowie Bronze über 100m Brust (1:01,30 Minuten) und 200m Lagen (2:02,24 Minuten). Diese Strecken schwamm er jeweils noch einmal im B-Finale und wurde Dritter (200m Lagen), Vierter (100m Freistil) und Siebter (100m Brust). „Das war eine sehr starke Leistung von Peter“, so Trainer Roland Böller. „Er hat einen riesen Schritt als Athlet in den letzten Wochen gemacht.“ Vor allem der Altersklassenrekord sei ein guter Maßstab für seine gute Leistung. „Auch über 100m Brust und 100m Freistil war er nicht weit vom Rekord entfernt. „

Drei Finalrennen standen auch für Daniela Karst auf dem Programm. Die beste Platzierung erreichte die 23-Jährige über 100m Schmetterling in einer Zeit von 1:01,86 Minuten, die ihr den dritten Rang bescherte. Siebte im B-Finale wurde Karst über 50m Schmetterling und Fünfte im C-Finale über 200m Schmetterling. Über alle Strecken schwamm sie neue Bestzeiten. Dabei trainiert die Studentin viel alleine, schaufelt sich konsequent Trainingszeiten frei. „Daniela ist ein gutes Beispiel“, so Böller, „dass Erfolg durch Eigenverantwortlichkeit kommt. Man muss sich reinklemmen.“dsc_0064

Von den jüngeren Sportlern kämpfte sich auch Nikita Rodenko als Fünfter der Junioren ins B-Finale. Über 200m Freistil belegte er hier den siebten Platz in 1:50,22 Minuten. Über 1500m Freistil wurde er in 15:53,77 Minuten in der Juniorenwertung Fünfter und Gesamt-Sechzehnter. Auch sonst platzierte er sich bei den Junioren unter den besten zehn Schwimmern in Deutschland: So wurde er Siebter über 400m Freistil (Gesamt: 28.), Achter über 200m Schmetterling (Gesamt: 25.) und Zehnter über 200m Lagen (Gesamt: 30.). „Über meine Bestzeiten freue ich mich“, so der 15-Jährige, „aber ein bisschen schneller wollte ich eigentlich schon sein.“

Auch Marie Graf schwamm einmal im B-Finale über 400m Lagen und wurde Siebte (4:53,87 Minuten). Über 1500m Freistil belegte sie den dreizehnten Rang in 17:08,35 Minuten.

Die jüngste SGM-Schwimmerin, die sich für ein Finale qualifizierte, war Annalena Wagner. Die 14-Jährige verpasste über 200m Rücken in der Juniorenwertung als Vierte in 2:16,15 Minuten nur knapp die Bronzemedaille. Im B-Finale schlug sie als Achte an. Über 100m Rücken erreichte Wagner den zehnten Rang bei den Junioren (Gesamt: 32) und Rang 14 über die 50m-Distanz (Gesamt: 39). „Bei Annalena geht es kontinuierlich aufwärts“, sagt Roland Böller, „sie hat deutliche Leistungssprünge gezeigt. So jung ins Finale zu schwimmen, ist wirklich gut.“

Die Geschwister Lisa und Jonas Mursak, die aus Bamberg nach Erlangen wechselten, buchten jeweils einen Startplatz im C-Finale. Jonas kam hier als Sechster über 100m Brust ins Ziel, Lisa als Siebte über 100m Rücken.

In den Juniorenwertungen konnten noch Varinka Albert und Andreas Rein Top-Ten-Platzierungen sichern: Albert schwamm auf den achten Platz über 50m Rücken (Gesamt: 32.), Rein auf Rang sieben über 100m Freistil (Gesamt: 31.) und Rang acht über 50m Freistil (Gesamt: 37.).

Auch in verschiedenen Staffeln gingen die Mittelfranken an den Start. Hier belegten sie Platzierungen zwischen Rang neun und Rang 17.dsc_0052

Zwei Erfolgsgaranten fehlten bei den diesjährigen nationalen Meisterschaften auf der Kurzbahn: Katrin Gottwald und Konstantin Walter. Beide mussten ihre Starts verletzungsbedingt absagen. „Mit ihnen hätten wir auch in den Staffeln wohl vordere Plätze belegt“, ist die Einschätzung von Roland Böller. „Wir hoffen, dass sie beide bald wieder gesund und einsatzbereit sind.“

Nun geht es in der Schwimmsaison weiter mit den Mannschaftswettbewerben, bevor im Frühjahr die Deutschen Meisterschaften auf der Langbahn anstehen. Vielleicht wieder mit Peter Varjasi und Marco Koch in dem gleichen Finale.

Vom Stützpunkt Nürnberg gingen Deborah Weber und Antonia Berger an den Start, die in der 1. Mannschaft bei den Trainern Dirk Cuno und Christian Brandner trainieren.
Deborah Weber konnte ihre Bestzeit über 200m S, die sie bei den BKM aufgestellt hat nicht wieder abrufen, ist aber ein sehr mutiges Rennen geschwommen.nikita-rodenko5 DKM 2016
Antonia Berger, die mit im Höhentrainingslager in Flagstaff war, hat über 1500m F (17:51)  gleich 3 Bestzeiten und einen Vereinsrekord aufgestellt. Bestzeit über 400/800/1500F. Sie selbst wollte mehr, ist mutig vorne weg geschwommem, hatte aber leider ab 600m mit starken Schulterschmerzen zu kämpfen und hat sich tapfer durchgebissen. Antonia hat sich um 23 sec verbessert und von Platz 55 auf Platz 37 vorgeschwommen.

Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer und Trainer!

 

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