Mit Biss zurück in die 1. Liga

Die Schwimmerinnen des Turnerbundes Erlangen schafften den Aufstieg in die Erste Bundesliga – und das zum zweiten Mal in Folge, nun in der neuen Startgemeinschaft SG Mittelfranken. 

So etwas hat die Sportwelt wohl selten gesehen: die Schwimmerinnen des TB Erlangen stiegen am Wochenende in die Erste Bundesliga auf – und das zum zweiten Mal in Folge. Schon letztes Jahr schafften die TB-Mädchen Mareike Förster, Marie Graf, Michelle Messel, Daniela Neubig, Cindy Oberneder, Svenja Schüren, Karla Völcker und Franziska Weidner (verstärkt durch Corinna Gottschalk) den phänomenalen Aufstieg aus der 2. Bundesliga Süd in die Erste Liga – damals noch in der Startgemeinschaft SSG 81 Erlangen. Nach den Umbrüchen im letzten Jahr und dem Wechsel des TBs in die neue Gemeinschaft SG Mittelfranken mit den Nürnberger Vereinen 1. FCN, TSV Altenfurth und TSV Katzwang (wir berichteten) wurden die Ligenplätze intern neu verhandelt. Die TB-Mädchen bekamen den Platz der Nürnberger Schwimmerinnen in der 2. Liga – und standen somit erneut vor der Aufgabe des Aufstiegs: „Unser Ehrgeiz war unglaublich groß, wir wollten allen zeigen, dass wir in die Erste Bundesliga gehören“, sagte Cindy Oberneder.

Franziska Weidner, die mittlerweile in den USA studiert und Corinna Gottschalk vom Vorjahresteam fehlten dieses Jahr – verstärkt und deutlich verjüngt durch Varinka Albert, Sofie Ehrlicher (beide TB/SGM) und Katrin Gottwald (TSV Altenfurth/SGM) fassten die Athletinnen schon vor der DMS (Deutscher Mannschaftswettbewerb Schwimmen) den Entschluss: die Erste Liga lassen wir uns nicht nehmen. Am Samstag war dann der Kampf eröffnet, über 200m Freistil ging als erste Schwimmerin Katrin Gottwald ins Wasser. Bei der DMS werden alle Strecken (außer 50m Brust, Rücken, Schmetterling) insgesamt zweimal geschwommen, jede Schwimmerin darf maximal vier Strecken übernehmen. Von Anfang an lieferten sich die TB-Mädchen in der 2. Bundesliga Süd ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem TSV Hohenbrunn-Riemerling. Die SG Mittelfranken lag lange vorne, doch letzten Endes hatten die Konkurrentinnen einen knappen Vorsprung von 115 Punkten vor den SGM-Mädels mit 17212 Punkten. Das große Zittern begann und man wartete gespannt auf die Ergebnisse aus den Zweiten Ligen Nord und West; denn die besten zwei Mannschaften aus den drei Zweiten Ligen steigen in die Erste Bundesliga auf. Das Warten zog sich, bis zur Siegerehrung war kein Resultat von den anderen Wettkämpfen durchgedrungen. Die Ehrung begann, die Mädchen der SG Mittelfranken wurden aufgerufen und stellten sich auf das Silber-Podest. Genau in diesem Moment erhielt Trainer Roland Böller die Nachricht, dass die SGM 36 Punkte mehr als Wfr. Spandau erschwommen hatte und somit auf dem zweiten Rang der Gesamtwertung lag. „Unser Trainer machte ein Siegerzeichen und bedeutete uns, dass wir es geschafft hatten“, schilderte Svenja Schüren, „wir haben uns unglaublich gefreut, das war wirklich ein toller Moment.“

Tolle Momente gab es auch für die Jungsmannschaft der SGM. Ihren Platz in der Zweiten Bundesliga mussten die TB-Jungs der SSG Erlangen überlassen – und starteten in der Landesliga, wo sie äußerst dominant den ersten Platz erreichten. Die zweite Damenmannschaft der SGM trat ebenfalls in der Landesliga an und belegte Rang zwei. Beide Teams stiegen in die nächsthöhere Bayernliga auf und kämpfen nächsten Jahr um die Rückkehr in die zweite Bundesliga.

„Ich wusste, dass meine Mädels das schaffen können. Letztes Jahr hatten sie es ja schon bewiesen“, sagte ein glücklicher Roland Böller nach der Ehrung.

Die zwei antretenden Vereine der SSG 81 Erlangen (SVE/SGS) mussten sich – wie erwartet – den deutlich stärkeren Teams in der 1. Bundesliga Damen und 2. Bundesliga Herren geschlagen geben und stiegen aus beiden Ligen ab. (Bericht: E. Walter)

1.Bundesliga_Damen_2015

v.l.: Katrin Gottwald, Cindy Oberneder, Marie Graf, Michelle Messel, Sofie Ehrlicher, Varinka Albert, Svenja Schüren, Karla Völcker, Daniela Neubig, Mareike Förster, Roland Böller